Erdkabel oder Freileitung – eine Grundsatzentscheidung für Jahrzehnte
Mit dem Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Bundesbedarfsplangesetzes steht eine wegweisende Weichenstellung an: Der bislang in § 3 BBPlG gesetzlich verankerte Erdkabelvorrang für neue HGÜ-Verbindungen könnte zugunsten der Freileitung aufgeweicht werden.
Prof. Dr.-Ing. Alexander Lange (Hochschule Karlsruhe) hat mit der unabhängigen Initiative Energietrassenbau ein Positionspapier vorgelegt, das die Debatte auf eine breitere Grundlage stellt. Am Beispiel des Großprojekts SuedWestLink (DC42/DC42plus, 730 km) zeigt die Untersuchung: Wer nur die reinen Investitionskosten vergleicht, greift zu kurz. Werden Landschaftsbild, Grundstückswerte, Sicherheit und Resilienz sowie Bauzeiten und Marktkapazitäten einbezogen, schrumpft der vermeintliche Kostenvorteil der Freileitung erheblich; im Referenzszenario bleibt ein optimierter Erdkabelbau sogar günstiger.
Gleichzeitig zeigt die Initiative konkrete Hebel auf, mit denen sich die Kosten des Erdkabelbaus gegenüber den ersten Großprojekten um 20 bis 30 Prozent senken lassen.
Der KRV unterstützt diese Initiative und ihre Position: keine pauschale Rückkehr zum Freileitungsbau, sondern ein konsequent weiterentwickelter Erdkabelbau als strategisches Zielbild – auch für künftige Wechselstrom-Höchstspannungstrassen.
Hier finden Sie das Positionspapier sowie die Präsentation zum download!




